Mario Balotelli wurde am Mittwoch erneut von gegnerischen Fans rassistisch beleidigt. Bestraft wurde das Opfer.
Mario Balotelli ist Italiener. 1990 in Palermo geboren, wuchs er in der Provinz Brescia auf. Heute ist er 19 und Italiens größtes Stürmer-Talent. Bei seinem Klub Inter Mailand ist er Stammkraft und hat in dieser Saison schon fünf Treffer in der Serie A und einen in der Champions League.
Trotzdem wird er in italienischen Stadien angefeindet. Weil der Sohn ghanaischer Eltern dunkelhäutig ist. “Es gibt keine italienischen Neger”, schallt es von den Rängen, wenn Inter auswärts antritt. So auch am vergangenen Mittwoch in Verona.
Unglaublich, dass so etwas im 21. Jahrhundert noch möglich – ja sogar Usus – ist. Noch unglaublicher, dass das verkommene Fußball-Land Italien nicht fähig ist, ordentlich damit umzugehen. Denn anstatt die Fans oder zumindest den Verein zur Verantwortung zu ziehen, wurde jetzt Balotelli bestraft!
7.000 Euro muss der 19-Jährige dafür zahlen, dass er nach seiner Auswechlung (für ihn kam in der 88. Minute ein gewisser Marko Arnautovic) hämisch applaudiert hat. Und danach sagte: “Jedes Mal, wenn ich hier her komme, widert mich dieses Publikum ein bisschen mehr an.”
“Er darf nicht die ganze Stadt beleidigen”, ist das einzige, was Chievo-Präsident Luca Campedelli als Antwort auf den Vorfall einfällt. Die Justiz stellt sich auf seine Seite.
Opfer werden Täter. Täter werden Opfer.
Eine Methode, die allerdings nicht nur in Italien altbewährt und vielpraktiziert ist.
[...] Mario Balotelli von den Chievo-Fans rassistisch beleidigt. Bestraft wird aber der Spieler. Mehr Infos – hier klicken >> Originalversion des Artikels vom 6. Jänner [...]
[...] Balotelli nicht über sich ergehen lassen und rastete nach dem Spiel völlig aus. Wie Gernot Hörwertner berichtete, ist dies nicht das erste Mal, dass der gebürtige Ghanaer öffentlich beleidigt [...]