Armer Schürrle

23 09 2009

Das Phänomen, einen jungen Fußballer nach seiner ersten Großtat in den Himmel zu loben, gibt’s offenbar nicht nur in Österreich. Unsere nördlichen Lieblingsnachbarn machen gerade genau das mit André Schürrle.

Noch nie gehört? Das ist ein 18-jähriger Stürmer von Mainz 05, der am vergangenen Wochenende mit einem Doppelpack gegen Bochum – das Spiel endete 3:2 für Mainz – in der deutschen Bundesliga aufgezeigt hat.

In der aktuellen Print-Ausgabe von Sportbild wird dem Mann jetzt ordentlich Puderzucker in den Hintern geblasen. Und ein paar Details zu seinem Gehalt bekommen wir gleich dazu. „Jetzt wird er richtig reich“ ist der Titel.

Wobei man sich als Normalsterblicher schon fragen darf, ob Schürrle mit seinem bisherigen Monatsgehalt von „nicht einmal 5.000 Euro“ bisher am Hungertuch genagt hat. Als Jugendspieler, wohl gemerkt. Naja, ein „gebrauchter Golf“ ist sich gerade noch ausgegangen. Fährt ja heutzutage schon jeder Sandler mit so einem Gefährt herum…

Gottseidank bekommt er jetzt einen Profi-Vertrag. Nach sechs Spielen in der Mainzer Kampfmannschaft.

PS: Tipp der Redaktion: Mainzer Fansehen auf youtube.com





„kicker“ entschuldigt sich wegen Rafinha

1 09 2009

Auch das gibt’s: kicker.de hat sich wegen einer Falschmeldung öffentlich entschuldigt.

Das deutsche Fußball-Fachblatt hatte am Samstag den angeblichen Transfer von Rafinha zu Bayern München als fix vermeldet und dadurch großen Wirbel unter den Schalke-Fans ausgelöst. Rafinha wurde im Zuge des Bundesliga-Spiels gegen Freiburg (0:1) gnadenlos ausgepfiffen. Doch der Transfer kam nicht zustande.

Am Dienstag entschuldigte sich die Redaktion:

„Die Meldung bei kicker online über den angeblichen Rafinha-Wechsel vom vergangenen Samstag hat ein sehr breites Echo ausgelöst. Den allgemeinen Unmut, der sich in vielen Zuschriften ausdrückte, können wir voll und ganz nachvollziehen. In der Tat bedauern wir sehr, dass wir mit dieser Veröffentlichung über den angeblichen Transfer von Rafinha zu Bayern eine Verunsicherung bei all unseren Nutzern und Lesern bewirkt und eine Verärgerung bei allen Schalke-Fans ausgelöst haben.“

FAZH ist beeindruckt.





Maierhofers erste Worte

1 09 2009

Wer verrückt ist, geht nach England. Auffallend ist es schon, dass es mit Paul Scharner, Emanuel Pogatetz und jetzt eben Stefan Maierhofer ausgerechnet die drei wohl durchgeknalltesten rot-weiß-roten Fußballprofis in die beste Liga der Welt geschafft haben.

Die Wolverhampton Wanderers haben Maierhofer am Montag am allerletzten Drücker verpflichtet – Kollege Christoph Luke von Fußball-extern.at hat’s übrigens in bester 007-Manier aufgedeckt.

In Wolverhampton wissen sie wahrscheinlich noch nicht genau, was sie erwartet. Stefan Maierhofer – das heißt nicht nur Tore, das heißt vor allem auch Sprüche.

„Ich habe mit einigen Spielern gesprochen und auch gleich ein paar lockere Sprüche angebracht“, verriet der „Lange“ den Kollegen vom Kurier. Kann man sich fast nicht vorstellen…

Apropos vorstellen: Bei seiner offiziellen Präsentation als „Wolves“-Stürmer war Maierhofer dann doch etwas handzahmer und sagte das, was die Leute im Verein immer gerne hören. „Ein Traum wird wahr“ etwa. Und: „Das bedeutet alles für mich.“

Zu seinem Abschied von Rapid sagte Maierhofer: „Wir hatten einige tolle Siege in der Europa-League-Quali. Dass wir Aston Villa ausgeschaltet haben, war unglaublich. Es ist super für den Klub, dass er die Gruppenphase erreicht hat und jetzt einige großartige Spiele vor sich hat. Aber in der Premier League ist jedes Spiel so.“

Sein Ersatz bei Rapid heißt Hamdi Salihi. Der österreichische Rekordmeister machte geschätzte 650.000 Euro für den Albaner von der SV Ried locker. Verkraftbar im Vergleich zu den zwei Millionen, die man für Maierhofer kassiert hat.

Das erste Interview mit Salihi als Rapid-Stürmer gibt’s auf sportnet.at. Dort sagt er unter anderem: „Ich muss mich hier von der ersten Minute an voll konzentrieren in allem, was ich mache. Stadion, Fans, Medien – einfach alles ist hier eine Nummer größer als in Ried. Aber mit harter Arbeit werde ich es schaffen. Und ein bisschen Glück, denn das brauchst du immer im Fußball.“

Wahre Worte – und philosophisch zugleich…





Die Posse um Robben

1 09 2009

Wie mies die Sitten im internationalen Fußball bisweilen geworden sind, zeigt gerade wieder die Aufregung um Arjen Robben in Spanien.

Am vergangenen Freitag ist Robben von Real Madrid zu Bayern München gewechselt. Nach einer wochenlangen Farce, die ihren Höhepunkt erreichte, als Real den Holländer aus dem Kader warf,. Er sollte offenbar unter Druck gesetzt werden, sich einen neuen Verein zu suchen.

Nach den teuren Transfers von Cristiano Ronaldo, Kaká und Co. war für Robben einfach kein Platz mehr – und man wollte schließlich noch gutes Geld mit dem 25-Jährigen verdienen.

Am Ende zahlte Bayern knapp 25 Millionen Euro für den Mittelfeldspieler. Aber nachdem Real ihn endlich (noch dazu teuer) verkauft hatte, gings erst richtig los. Real drehte den Spieß um und machte den Spieler in der Öffentlichkeit schlecht.

„Er wollte unbedingt zu Bayern“, tritt Real-Generaldirektor Jorge Valdano heute auf marca.com nach. Nur einer von vielen Angriffen, die Robben derzeit über sich ergehen lassen muss. Es wird vermittelt, dass Real Robben gerne gehalten hätte, er aber selbst mit seinem Verhalten einen Wechsel erzwingen wollte.

Dabei wollte sich der Spieler eigentlich bei Real durchsetzen. Das hat er in den letzten Wochen mehrmals ausdrücklich betont und sogar nach seinem Wechsel nach München noch einmal gesagt. „Ich wollte nicht gehen. Es ist schwierig, wenn du spielen willst und der Verein nur daran denkt, dich zu verkaufen.“

Die einzig richtige Antwort gab Robben aber ohnehin bereits am Samstag. Einen Tag nach seinem Wechsel war er bei Bayerns 3:0-Sieg gegen Wolfsburg der Matchwinner – 2 Tore!





Stoppt die dummen Fragen!

31 08 2009

Was spricht eigentlich gegen ein anständiges „Ja“ oder „Nein“?

Zwei Wörter. Dinosaurier einer jeden Sprache. Die Höhle unter den Sozialbauten. Der Transistorradio unter den Digitalboxen. Ja und Nein – zwei Wörter, die gleich nach „Mama“ und „Papa“ kommen. Oder sogar davor, wenn man schon als Kind einen bestimmenden Charakter hat.

Im journalistischen Interview sind sie gefürchtet. Nicht das Ja oder Nein an sich. Aber wenn schon, dann muss dem Ja oder Nein zumindest noch eine pathetische Erklärung folgen, warum man das Wort eben gebraucht hat.

 Also werden schon Studenten und Praktikanten mit erhobenem Zeigefinger und weit aufgerissenen Augen gemahnt:

„Um Gottes Willen keine geschlossenen Fragen!“ Ein simples Ja oder Nein als Antwort, das sei der Tod eines jeden Interviews.

Ich frage: Warum eigentlich? Ja und Nein – das kann entlarven, aufdecken und aufklären. Wenn die Frage gut gestellt ist. Es muss nicht immer eine minutenlange Rede sein. Das kann langweilen, nerven, schlicht: nicht genügen. Wenn die Frage schlecht gestellt ist.

Besonders peinlich wirds, wenn Journalisten und Reporter eine geschlossene Frage “gefinkelt“ umgehen wollen. Zwei Wörter – so glauben sie zumindest – sind dann die Rettung für eine schlechte Frage. Mit großem Tatü-Tata kommen sie daher: Das Wort „Wie“ und das Wort „sehr“.

Die dümmsten aller Fragen.

Ein Beispiel, erst gestern wieder gehört und Bestandteil eines jeden Sport-Wochenendes: „Wie sehr schmerzt Sie diese Niederlage?“

Abgesehen davon, dass die Frage auch ohne diese grandiose Umschiffung einer Ja-Nein-Antwort dumm ist – was soll der Befragte darauf schon antworten? Noch nie habe ich jedenfalls gehört: „Es schmerzt mich gar nicht“, „Die Niederlage macht mir großen Spaß“ oder ähnliches.

Oder soll der Befragte gar in Prozent antworten? „Die Niederlage schmerzt zu 70 Prozent, die restlichen 3o Prozent der Niederlage tun gar nicht weh.“

Dumm.

Ich fordere mehr Mut zu klaren Fragen, die auch klare Antworten nach sich ziehen.

Wie sehr würde Ihnen das gefallen?





FAZH supports #1 – Freiburg macht uns stolz!

31 08 2009

Das nennen wir einen Start nach Maß! Mit der Unterstützung von „Fußball aus zweiter Hand“ gelang dem SC Freiburg in der deutschen Bundesliga der erste Sieg nach dem Aufstieg. In der vierten Runde besiegten unsere sympathischen Kicker aus dem Breisgau die russischen Gazprom-Öl-Magnaten aus Gelsenkirchen hochverdient mit 1:0. Der Gipfelsturm hat begonnen: Von Platz 18 auf 15!

Das Goldtor erzielte übrigens ein echter Goalgetter: Du-Ri Cha, im Sommer aus der zweiten Liga von Koblenz geholt. Der Südkoreaner dürfte sich bei Trainer Robin Dutt mit seiner unglaublichen Torquote empfohlen haben. Denn letzte Saison hat er für Koblenz in 33 Spielen sage und schreibe zwei Mal ins Schwarze getroffen. Da muss man einfach zuschlagen!

Burnley vernachlässigt

Nicht ganz so gut wie Freiburg ist es unseren anderen tapferen Kriegern aus den internationalen Top-Ligen ergangen. Burnley hat nach dem sensationellen Saisonstart mit Siegen gegen Manchester United und Everton am Samstag eine klare 3:0-Niederlage gegen Chelsea kassiert. Unser Fazit: Der FAZH-Biosp(i)rit reicht also nicht zwei Mal am selben Tag gegen das bleiverseuchte russische Öl. Abgerutscht auf Rang zehn. Wir versprechen: Das nächste Mal wieder volle Konzentration auf Euch, Burnley!

Unsere Sorgenkinder

Catania hat sich in der italienischen Serie A in Parma 1:2 geschlagen geben müssen. Unsere Helden wurden dort aufgerollt wie sonst nur der Rohschinken im Haubenlokal. Ohne Zuckermelone! Der erste Punkt für unsere Elefantinos ist trotzdem nur mehr eine Frage der Zeit. Dann siehts auch in der Tabelle gleich wieder freundlicher aus.

Und zum Abschluss müssen wir auch noch die Auftakt-Niederlage von Deportivo Xerez in der spanischen Primera Division beklagen. 0:2 auf Mallorca – der ETA-Terror hat seine Wirkung offenbar nicht verfehlt. Oder waren es doch die Deutschen? Nicht nur wegen dieser drückenden Fragen werden unsere Freunde in Andalusien langsam richtig nervös: Es sind nur mehr 37 Runden zu spielen!





FAZH supports…

27 08 2009

Bayern, Chelsea, Real, Inter – langweilig! „Fußball aus zweiter Hand“ geht tiefer. Viel tiefer.

Wir blicken hinter die Kulissen der Underdogs, der Loser und der Unbekannten. Eine Saison aus Sicht der Kleinen. Werden Sie es schaffen, dem Abstieg zu entrinnen? Sind sie schon im Oktober fix weg? Wird der Goalgetter schon im Winter an den zähnefletschenden Geldhai-Konkurrenten verkauft? Man weiß es nicht…

Das Schöne daran: Am Anfang haben alle null Punkte.

FAZH supports…

 

FC BURNLEY (Premier League)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CATANIA CALCIO (Serie A)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

CD XEREZ (Primera Division)

 

SC FREIBURG (Bundesliga)





Sinn und Zwick

27 08 2009

„Fußball aus zweiter Hand“ ist ein Projekt, das noch nicht ausgereift ist und vielleicht auch nie reif wird.

Der Fußball-Sport bietet eine unendliche Weite an Zugängen und Geschichten – und FAZH soll sich keinem dieser Zugänge verschließen.

Alles findet seinen Platz, oder eben auch nicht. Willkür ist die oberste Prämisse von FAZH.





Hallo Welt!

27 08 2009

Mein neuer Blog ist online und bereit, dich zu erobern! Ich kenn mich zwar noch nüsse damit aus – aber er hat zumindest schon mal einen schönen Namen, wie ich finde…